Diskussionsforum

Trockenfermentation

Entwicklungsstand der Trockenfermentation

Von den schätzungsweise 3000 Biogasanlagen in der BRD am Ende des Jahres 2006 arbeiten derzeit erst etwa 20 Anlagen nach dem Verfahren der klassischen Trockenfermentation. Fünf Firmen beschäftigen sich momentan mit dieser Technologie, wobei jedoch eine Firma etwa 95% aller Anlagen errichtet hat. Seit der Einführung eines Technologie-Bonus im Rahmen des Energie-Einspeisungs-Gesetzes (EEG) erfreut sich diese Variante eines starken Praktikerinteresses.

Eigentlich handelt es sich um eine Feststoff- oder Feuchtstoffvergärung, denn sie ist als Methanisierungsverfahren definiert, bei welchem stapelbare, schüttfähige, also nicht pumpfähige Einsatzstoffe während der ganzen Verfahrenskette in diesem Zustand verbleiben.

Begonnen hat die Feststoff-Vergärung mit Pilotanlagen in der Schweiz in den 90er Jahren, wenn man davon absieht, dass die Pansen-Vergärung die älteste Biogastechnologie der Welt darstellt und somit ein klassisches Beispiel von Bionik ist. Denn der Rinderpansen, mit einer weltweiten Biogasproduktion von ca. 80 Mill. to/Jahr stellt mit einem TS-Gehalt von 17% im Panseninhalt ein nicht pumpfähiges Substrat dar und ist somit die natürliche Urform eines Feststoff-Vergärers.

Heute unterscheidet man zwischen ein- und zweiphasigen Verfahren:

Alle diese Bauvarianten haben einige Besonderheiten gemeinsam:

  • sie arbeiten mit stapelbaren Biomassen, wie Festmist, Gras, Energiepflanzen- Silagen und den aus diesen Komponenten hergestellten Gemischen;
  • die Rad- oder Frontladerbeschickung und -entleerung der Fermenter mit schüttfähiger Biomasse;
  • die Feststoffe und evtl. Impfmaterialien werden im batch-Verfahren mit Chargenwechseln vergoren;
  • nach individuell bestimmten Einlagerungszeiten entstehen abtropffreie Gärreste, die kompostiert oder direkt auf das Feld gebracht werden;
  • dazu werden die Technologien aus der Kompost- oder Stalldungkette verwendet;
  • zur Aktivierung der mikrobiologischen Prozesse werden die Biomassen entweder mit Faulgut gemischt und/oder mit einem flüssigen Bakterienkonzentrat durch Perkolation oder Aufstauung „geimpft“;
Es werden immer mehrere Fermenter so zeitversetzt betrieben, dass das angeschlossene BHKW durchgehend mit Biogas versorgt werden kann.

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